Kurz gesagt — FDM vs. SLA:
  • FDM ist schnell, kostengünstig und gut für größere Funktionsteile geeignet — schmilzt thermoplastisches Filament wie PLA, PETG, Nylon und PA6-CF.
  • SLA ist präzise und erzeugt glatte Oberflächen — härtet UV-Harz mit Laser, ideal für feine Details, Miniaturen und Optik.
  • FDM punktet bei mechanischer Festigkeit, Hitzebeständigkeit und großen Objekten. SLA punktet bei Detailgenauigkeit, Oberflächenqualität und Transparenz.
  • Preis: FDM typischerweise 2–5 DKK/Gramm · SLA typischerweise 4–8 DKK/Gramm, abhängig von Material und Komplexität.

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2026 · Autor: Henrik Beck, Maker Factory · 3D-Druck seit 2013

FDM vs. SLA ist die erste Wahl, die Sie treffen müssen, wenn ein Teil 3D-gedruckt werden soll. Die beiden Technologien lösen unterschiedliche Probleme – und der Unterschied hängt nicht davon ab, welche die neueste ist, sondern davon, was das Teil können muss, wie präzise es sein soll und welches Material für die Aufgabe sinnvoll ist. Ich arbeite seit 2013 mit beiden Technologien, und der Einzelfaktor, der die Wahl am häufigsten bestimmt, ist, ob das Teil funktional (mechanische Belastung, Hitze, Verschleiß) oder visuell (Details, Oberfläche, Transparenz) sein soll.

FDM vs. SLA 3D-Druck Vergleich — Maker Factory

Schneller Vergleich: FDM vs. SLA

Parameter FDM SLA
Festigkeit und Zähigkeit Hoch (PA6-CF, Nylon, PETG) Niedrig–mittel, spröder
Detailgenauigkeit 0,2–0,4 mm 0,05–0,1 mm
Oberfläche Sichtbare Schichtlinien Glatt und professionell
Hitzebeständigkeit Bis zu 180 °C (PA6-CF) Bis zu 80 °C (Standard)
Transparenz Nicht möglich Ja (klares Harz)
Max. Größe 400×400 mm+ Ca. 150×85 mm
Preis (Kleinteil) 150–300 DKK 250–500 DKK
Nachbearbeitung Minimal Reinigen in IPA + UV-Härtung

Was sind FDM und SLA?

FDM (Fused Deposition Modeling)

FDM bedeutet „Fused Deposition Modeling“. Die Düse des Druckers erhitzt ein thermoplastisches Filament – typischerweise PLA, PETG, ABS oder Nylon – und trägt es Schicht für Schicht auf eine beheizte Druckplatte auf. Die Düse bewegt sich in X-, Y- und Z-Richtung, und der Kunststoff erstarrt sofort nach dem Auftragen. Es ist die am weitesten verbreitete 3D-Drucktechnologie der Welt, da sie kostengünstig, skalierbar ist und eine breite Palette von Materialien unterstützt. Erfahren Sie mehr über unseren FDM-Service.

SLA (Stereolithography)

SLA bedeutet „Stereolithographie“. Ein UV-Laser zeichnet den Querschnitt der Figur in ein Becken mit flüssigem, lichthärtendem Harz, und das Harz härtet genau dort aus, wo der Laser trifft. Die Schicht wird abgesenkt, und der Vorgang wiederholt sich. SLA ist die älteste 3D-Drucktechnologie überhaupt (patentiert 1986) und bleibt die Referenz, wenn es um Oberflächenqualität und Detailgenauigkeit geht. Erfahren Sie mehr über unseren SLA-Service oder unseren ausführlichen SLA-Leitfaden.

FDM- und SLA-Prozessdiagramm — Maker Factory

Wann wähle ich FDM?

FDM ist die richtige Wahl, wenn das Teil funktional sein muss – wenn es mechanischer Belastung, Hitze oder wiederholter Nutzung standhalten muss. FDM-Teile sind zäher und schlagfester als SLA-Teile, und die Materialpalette reicht von günstigem PLA bis zu industriellen Verbundwerkstoffen wie PA6-CF.

Wählen Sie FDM, wenn …
  • Das Teil mechanischer Belastung, Vibrationen oder wiederholter Nutzung standhalten muss
  • Es in einer heißen Umgebung (Motorraum, Technikraum, Maschine) arbeiten soll
  • Das Objekt in irgendeiner Dimension größer als 150 mm ist
  • Sie Chemikalienbeständigkeit benötigen (Öl, Kraftstoff, Reinigungsmittel)
  • Sie während der Entwicklung viele Iterationen kostengünstig drucken müssen
  • Das Teil aus PA6-CF, Nylon, PETG oder Polycarbonat gefertigt werden soll

Größere Teile und Vorrichtungen

FDM ist praktisch die einzige Wahl, wenn das Teil in irgendeiner Dimension über 150 mm groß ist. Unsere FDM-Drucker können Teile bis zu 400x400 mm in einem einzigen Druck verarbeiten, was bedeutet, dass Sie ein voll funktionsfähiges Robotergreifergehäuse, eine Montagevorrichtung oder eine Montagelehre herstellen können, ohne das Design aufteilen und anschließend kleben zu müssen. Der SLA-Tank ist physikalisch begrenzt – typischerweise auf etwa 150x85 mm – sodass große Objekte technologisch ausgeschlossen sind.

Mechanische Festigkeit und Verschleißfestigkeit

FDM-Materialien wie Nylon (PA6), PETG und die kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoffe sind deutlich zäher als SLA-Harze. Wenn das Teil 10.000 Mal geöffnet und geschlossen werden, einen Motor tragen oder Vibrationen in einer Maschine aushalten muss, wählt man FDM. SLA-Teile sind typischerweise spröder und eignen sich besser für statische Komponenten, bei denen das Aussehen höher bewertet wird als die Verschleißfestigkeit.

Hitzebeständigkeit

Wenn das Teil in einer beheizten Umgebung eingesetzt werden soll – z.B. im Motorraum, an einer Maschine, die heiß läuft, oder in einem Technikraum – ist FDM fast immer die Antwort. PA6-CF und Polycarbonat halten Dauerbetrieb bis zu 120 °C und kurze Spitzen um 180 °C stand. Die meisten Standard-SLA-Harze kollabieren bereits bei 60–80 °C, und die speziellen Hochtemperaturharze erreichen selten über 120 °C.

Wann wähle ich SLA?

SLA ist die richtige Wahl, wenn das Teil präzise und schön sein soll – wenn Aussehen, feine Details und glatte Oberflächen wichtiger sind als reine mechanische Festigkeit. Der SLA-Prozess hinterlässt keine sichtbaren Schichtlinien wie FDM, und die Präzision ist fast zehnmal höher.

Wählen Sie SLA, wenn …
  • Das Teil feine Details bis zu 0,05 mm aufweisen soll (Texturen, kleine Zahnräder, Schnappverschlüsse)
  • Die Oberfläche glatt und ohne sichtbare Schichtlinien sein soll
  • Sie transparentes Harz für Linsen, Lichtleiter oder Optik benötigen
  • Das Objekt eine Miniatur oder ein Schmuckstück unter 50 mm ist
  • Es biokompatibel sein soll (Dental, Medizin, chirurgische Führungshilfen)
  • Das Teil statisch ist und das Aussehen höher bewertet wird als die Verschleißfestigkeit

Hoher Detailgrad und feine Features

SLA reproduziert Details bis ca. 0,05 mm – etwa zehnmal feiner als Standard-FDM. Das ist entscheidend, wenn Sie Zahnräder, kleine Schnappverschlüsse, texturierte Oberflächen oder Miniaturfiguren herstellen, bei denen jeder Millimeter zählt. FDM kann einfach nicht auf dem gleichen Niveau leisten, da die Düsenöffnung (typischerweise 0,4 mm) die physikalische Grenze für die Reproduktion kleiner Details setzt.

Glatte Oberflächen ohne Schichtlinien

FDM-Teile weisen sichtbare Schichtlinien auf, da das Filament Streifen für Streifen abgelegt wird. SLA-Teile kommen fast völlig glatt aus dem Drucker – man kann die Schichten noch erahnen, aber sie sind aus einem Meter Entfernung unsichtbar und verschwinden nach leichtem Schleifen und Lackieren vollständig. Wenn das Teil „gefertigt“ statt „3D-gedruckt“ aussehen soll, wählen Sie SLA.

Transparenz und Optik

SLA verfügt über transparente Harze, die klar genug für Linsen, Lichtleiterkanäle und transparente Prototypen sind. FDM kann keine wirklich transparenten Teile herstellen – selbst die „klaren“ PLA-Varianten werden aufgrund der Schichtübergänge milchig und trüb. Für alles Optikbezogene ist SLA die einzige praktikable Wahl.

Aus der Praxis
Oft kommen Kunden mit einer Miniaturfigur zu mir, die sie woanders mit FDM haben drucken lassen. Die Details sind einen halben Millimeter verrutscht, das Gesicht ist verschmiert, und die Waffen sehen aus wie Streichhölzer. Das liegt nicht am Drucker, sondern an der Wahl der Technologie. Die gleiche Datei in SLA, und jedes einzelne Fingerglied und Rüstungsdetail ist gestochen scharf. Wenn Sie etwas unter 50 mm drucken, bei dem das Detail der entscheidende Punkt ist, ist SLA so gut wie immer die Antwort.

Preisvergleich: FDM vs. SLA

Der Preis für den 3D-Druck hängt von Größe, Komplexität, Material und Nachbearbeitung ab – nicht nur vom Gewicht. Hier sind typische Preisbeispiele aus unserer Werkstatt:

  • Kleinteil (10–50 g): FDM 150–300 DKK · SLA 250–500 DKK
  • Mittelgroßes Teil (50–200 g): FDM 300–900 DKK · SLA 600–1.500 DKK
  • Großes Teil (200+ g): FDM 900–2.500 DKK · SLA selten möglich (Tankgröße)

Das Material beeinflusst den Preis erheblich. PLA und PETG sind am günstigsten, Nylon und PA6-CF liegen 2–3x höher, und Spezialharze für Dental- oder Medizinanwendungen können das Doppelte von Standardharz kosten. Lesen Sie mehr in unserem speziellen Leitfaden Was kostet 3D-Druck?

Unsicher, welche Technologie für Ihr Projekt geeignet ist? Senden Sie die Datei – wir bewerten sie und erstellen noch am selben Tag ein Angebot.

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FAQ — FDM vs. SLA

Kann ich FDM-Teile in einer beheizten Umgebung verwenden?

Ja. FDM-Materialien wie Nylon (PA6) und PA6-CF vertragen Dauerbetrieb bis ca. 120 °C und kurze Spitzen um 180 °C. Standard-SLA-Harze kollabieren bereits bei 60–80 °C, daher ist FDM für heiße Anwendungen fast immer die Antwort.

Ist FDM oder SLA besser für Miniaturfiguren?

SLA ist deutlich besser für Miniaturen. Die Details bis zu 0,05 mm sorgen dafür, dass Gesichter, Waffen und Texturen so herauskommen, wie sie entworfen wurden. FDM-Miniaturen werden zu klobig, da die Schichtlinien bei kleinen Teilen sichtbar werden.

Kann ich transparente Teile in FDM herstellen?

Nein – nicht wirklich. FDM-Filamente werden aufgrund der Schichtübergänge milchig und trüb. SLA verfügt über transparentes Harz, das klar genug für Optiken, Linsen und transparente Prototypen ist.

Wie groß kann ein FDM-Teil sein?

Unsere FDM-Drucker verarbeiten typischerweise bis zu 400x400 mm in einem einzigen Druck. Größere Objekte können geteilt und zusammengeklebt oder verschraubt werden. SLA ist physikalisch auf etwa 150x85 mm begrenzt, aufgrund der Tankgröße.

Wie präzise ist FDM im Vergleich zu SLA?

FDM hat eine typische Präzision von 0,2–0,4 mm, abhängig vom Drucker und den Einstellungen. SLA liegt bei 0,05–0,1 mm – fast zehnmal feiner. Für Präzisionsmechanik und feine Details gewinnt SLA immer.

Welches Material soll ich wählen: PLA oder PETG?

PLA ist billiger und leichter zu drucken, aber spröder und hitzeempfindlich. PETG ist stärker, schlagfester und hält höheren Temperaturen stand. Für Funktionsteile wählen wir typischerweise PETG oder Nylon – für visuelle Prototypen ist PLA gut geeignet.

Möchten Sie mehr erfahren? Sehen Sie sich auch unseren SLA-Leitfaden, Was kostet 3D-Druck? und Hintergrundinformationen auf Wikipedia zu FDM und Wikipedia zu SLA an.


HB
Henrik Beck
Inhaber · Maker Factory, Varde · 3D-Druck seit 2013 · CVR 38935836
Henrik arbeitet seit 2013 mit 3D-Druck und gründete Maker Factory in Varde, die FDM- und SLA-Druck für Industrie, Entwickler und Unternehmer in ganz Dänemark anbietet.

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